Was sind die strategischen Trends von Gartner für 2018?

Die Gartner Group, die renommierte IT-Beratung und Consulting-Firma, sieht für 2018 die folgenden Technologietrends voraus: Künstliche Intelligenz, immersive Erfahrungen, digitale Zwillinge, Eventsteuerung und permanente adaptive Sicherheit schaffen die Grundlage für die nächste Generation digitaler Geschäftsmodelle und Ökosysteme.

Der Gartner Hype Cycle sieht drei Trendbereiche für Emerging Technologies 2018

Die Trends lassen sich drei Bereiche einordnen, detailliert wird das bei Gartner beschrieben:

  • Intelligenz: Künstliche Intelligenz kann in praktisch jede Technologie eindringen und flexible und potenziell autonome Systeme ermöglichen.
  • Digital: Verschmelzung von virtueller und realer Welt zu einer immersiven verbesserten und vernetzten Umgebung.
  • Vernetzung: Verbindungen zwischen einer wachsenden Anzahl von Personen, Unternehmen, Geräten, Inhalten und Dienstleistungen, um digitale Ergebnisse zu erzielen.

10 strategische Technologietrends 2018 (Quelle: Gartner Group)

Trend 1: Künstliche Intelligenz

Die Fähigkeit, künstliche Intelligenztechnologien (KI) zu nutzen, um Entscheidungsfindungen zu verbessern, Geschäftsmodelle und Ökosysteme neu zu definieren und Kundenerlebnisse zu verbessern, wird den Erfolg digitaler Initiativen bis 2025 bestimmen. Eine aktuelle Gartner-Umfrage zeigt, dass 59% der Unternehmen sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigen und ihre KI-Strategien definieren, während die anderen bereits Fortschritte bei der Erprobung oder Einführung von KI-Lösungen gemacht haben. Man sollte aber von der künstlichen Intelligenz nicht erwarten, dass sie die menschlichen Denkvorgänge ersetzen kann. Es geht bei der heute einsetzbaren KI um Maschinenlernlösungen, die auf eine bestimmte Aufgabe ausgerichtet sind, z.B. Sprachverständnis oder Fahren eines Fahrzeugs in einer kontrollierten Umgebung. Sie arbeitet mit ausgewählten Algorithmen, die für diese Aufgaben optimiert sind.

Trend 2: Intelligente Apps, Anwendungen und Analytik

In den nächsten Jahren wird jede App, Anwendung und jeder Service künstliche Intelligenz integrieren und auf sie zurückgreifen. Künstliche Intelligenz läuft dabei unauffällig im Hintergrund vieler bekannter Anwendungskategorien und führt zu völlig neuen Anwendungen. Intelligente Apps schaffen auch eine neue intelligente Vermittlungsschicht zwischen Menschen und Systemen und haben das Potenzial, die Art der Arbeit und die Struktur des Arbeitsplatzes zu verändern, wie man es bei virtuellen Kundenassistenten und Unternehmensberatern und Unternehmensassistenten sieht.

Trend 3: Intelligente Dinge

Nach dem Internet der Dinge kommen jetzt die intelligenten Dinge. Die Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz und maschinelles Lernen machen es möglich, dass physische Objekte direkt mit und in ihrer Umwelt agieren. Hierunter fallen autonom fahrende Autos oder autonome Drohnen. Mindestens für die nächsten fünf Jahre gehen die Analysten aber davon aus, dass abseits von genau definierten, kontrollierten Bereichen immer noch ein Mensch in der Lage sein können muss, die Kontrolle zu übernehmen.

Trend 4: Digitale Zwillinge

Ein digitaler Zwilling ist eine digitale Darstellung einer realen Einheit oder eines Systems. Im Rahmen des Internet der Dinge (IoT) sind die digitalen Zwillinge mit realen Objekten verknüpft und bieten Informationen über den Zustand der Gegenstücke, reagieren auf Veränderungen, verbessern den Betrieb und schaffen Mehrwert. Mit geschätzten 21 Milliarden angeschlossenen Sensoren und Endpunkten bis 2020 werden digitale Zwillinge in naher Zukunft für Milliarden von Dingen existieren. Kurzfristig bieten digitale Zwillinge Hilfestellungen beim Asset Management. Darüber hinaus werden sie auch einen Mehrwert in Bezug auf die betriebliche Effizienz und Einblicke in die Verwendung von Produkten und deren Verbesserung bieten. Potenziell sehen die Analysten von Gartner Milliarden von Dollar an Einsparungen bei Wartung, Reparatur und Betrieb (MRO) und optimierter IoT-Asset-Performance.

Trend 5: Cloud to the Edge

Edge Computing bezeichnet die Computertopologie, die Inhalte, Computing und Verarbeitung näher an den Benutzer/Dinge oder n die Quellen der Informationen platziert wird. Konnektivitäts- und Latenzprobleme, Bandbreitenbeschränkungen und eine größere Funktionalität, die in den Edge eingebettet ist, begünstigen diese verteilte Modelle. Unternehmen sollten anfangen, Edge Design Patterns in ihren Infrastrukturarchitekturen zu verwenden – insbesondere für diejenigen mit signifikanten IoT-Elementen.

Trend Nr. 6: Conversational Plattformen

Conversational Plattformen oder Sprachassistenten werden einen Paradigmenwechsel auslösen. Die Systeme sind in der Lage, einfache Antworten (Wie ist das Wetter?) oder komplexere Interaktionen (Reservierung im italienischen Restaurant in der Parker Ave.) auf Sprachanfragen zu ermöglichen. Diese Plattformen werden sich schnell weiterentwickeln und noch komplexere Anfragen beantworten können.

Trend Nr. 7: Immersive Erfahrung

Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR) und Mixed Reality verändern die Wahrnehmung und Interaktion der Menschen mit der digitalen Welt. In Kombination mit den Conversational Plattformen wird sich ein Wandel in der Benutzererfahrung ergeben. In den nächsten fünf Jahren wird der Schwerpunkt auf den Mixed Reality-Anwendungen liegen, bei der der Benutzer mit digitalen und realen Objekten interagiert und gleichzeitig eine Präsenz in der physischen Welt aufrechterhält. Mixed Reality benötigt Head Mounted Displays (HMD) für AR oder VR sowie Smartphone- und Tablet-basierte AR.

Trend 8: Blockchain

Die Blockchain-Technologie revolutioniert den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen Umgang mit sensiblen Informationen und monetären Werten. Durch die Technologie werden Informationsflüsse schneller, sicherer und zuverlässiger. Sie funktioniert anonym und dezentralisiert. Allerdings stehen wir aktuell erst am Anfang dieser neuen Technologie. Die Technologie besitzt das Potential für viele potenzielle Anwendungen in Behörden, Gesundheitswesen, Lieferketten und anderen Bereichen. Ein praktischer Einsatz der Blockchain erfordert ein klares Verständnis der Geschäftsmöglichkeiten, der Fähigkeiten und Grenzen von Blockchain, einer Trust-Architektur und der notwendigen Implementierungsfähigkeiten.

Trend Nr. 9: Ereignis- und Eventgesteuerung

Mit dem weiteren Einsatz von künstlicher Intelligenz, dem Internet der Dinge und anderen Technologien können Geschäftsereignisse schneller erkannt und genauer analysiert und ereignisgesteuerter Aktionen ausgelöst werden. Unternehmen sollten das “Event Thinking” als Teil einer digitalen Geschäftsstrategie berücksichtigen. Bis 2020 wird die ereignisgesteuerte Echtzeit-Situationswahrnehmung ein erforderliches Merkmal für 80% der digitalen Geschäftslösungen sein, und 80% der neuen Ökosysteme werden Unterstützung für die Ereignisverarbeitung benötigen.

Trend 10: Kontinuierliche Risiko- und Vertrauensmaßnahmen

Eine zunehmende Digitalisierung erfordert auch eine komplexe, sich weiterentwickelnde und anpassende Sicherheitsumgebung. Continuous Adaptive Risk and Trust Assessment (CARTA) ermöglicht eine echtzeit-, risiko- und vertrauensbasierte Entscheidungsfindung mit adaptiven Reaktionen auf sicherheitsrelevante digitale Geschäfte.

Fazit und Zusammenfassung

Technologietrends hat die Gartner Group immer schon gut vorausgesagt. Daher sollten sich Unternehmen, die vermehrt digitalisieren und neue Geschäftsmodelle entwickeln, mit diesen Technologietrends und Technologien befassen. Weitere Technologietrends wurden in den Beiträgen “8 wesentliche Technologien für die nahe Zukunft” und “Internet-Trends von Mary Meeker“.

Eine Zusammenfassung bietet das folgende Video.

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Video-Link: https://youtu.be/TPbKyD2bAR4