Out-Of-Shelf im Handel – ein beständiges Problem

Das Thema Out-Of-Shelf beschäftigt den Handel schon so lange wie es ihn gibt. Allerdings ist es bis heute noch nicht zu einer nachhaltigen Lösung gekommen. Auch wird die Begrifflichkeit Out-Of-Shelf sehr allgemein benutzt. Denn das Problem besteht aus Sicht der Kund*innen aus einem leeren Regal. Grundsätzlich ist der gesamte Zustand in mehrere Einzelkomponenten zu zerlegen: Erstens, die Ware ist nicht im Regal, kann aber im Lager oder in einer Zweitplatzierung auf der Verkaufsfläche sein (Out-Of-Shelf (OOS)). Zweitens, die Ware befindet sich im Lager des stationären Geschäftes, aber nicht auf der Verkaufsfläche (Not-On-Floor-But-On-Stock (NOFBOS)). Drittens, die Ware ist nicht auf der Verkaufsfläche (Out-Of-Floor (OOF)). Oder, sie ist am Standort nicht verfügbar (Out-Of-Stock (OOSt)). Eine Lösung des Problems bietet die Echtzeit-Regalüberwachung mit Vispera Shelfsight.

Ursachen von Out-Of-Stock und Out-Of-Shelf liegen beim Handel

Schon allein die Aufstellung suggeriert, dass die Problemstellung zum großen Teil beim Handel verortet zu sein scheint. Und die Erfahrung zeigt, dass der Großteil des Problems auch dort ursächlich ist. Die Produkte werden zu spät, gar nicht oder falsch bestellt. Oder auch eine zu frühe Bestellung und Lieferung sind die Ursache. Zudem verschwindet in großflächigen Formaten oftmals die Lieferung im Lager und wird oft zu spät wiedergefunden.

Out-Of-Shelf aus der Sicht der Kund*innen

Was heißt das aber aus der Sicht der Kund*innen? Sie stehen vor einem leeren Regalbereich. Und das ist nicht nur der Alltag im deutschen Lebensmittelhandel. Auf den ersten Blick bleiben enttäuschte und verärgerte Kund*innen zurück. Zweitens bedeutet OOS aber vor allem Umsatzausfall und Gewinnverlust. Auf viele Fälle pro Jahr gerechnet wird die Tragweite des Problems ersichtlich. Es entgehen Handel und Industrie im Schnitt vier Prozent des Umsatzes. Bei einer durchschnittlichen Out-of-Stock-Rate von 8,6 Prozent ein nicht zu vernachlässigender Faktor.

Reaktionen der Kund*innen auf Out-Of-Shelf

Auch die Verärgerung der Kund*innen kann langfristig negative Konsequenzen nach sich ziehen: Dabei reichen ihre Reaktionen von einem Produktersatz (45 Prozent) über den Wechsel des Geschäftes (31 Prozent) bis hin zur Kaufaufschiebung (15 Prozent). Oder es droht gar der Nichtkauf. Für den Handel bedeutet dies jährlich ein Umsatzverlust von bis zu 1 Mrd. Euro.

Wann treten Out-Of-Shelf-Situationen auf?

Aber wann und warum treten Out-Of-Shelf-Situationen auf? Eine Studie von Roland Berger benennt die Hauptursachen: Probleme im Bestellprozess, Listungsdifferenzen sowie ineffizientes Back-Store-Management und die Umstellung von Strecken- auf Zentrallagerbelieferungen. Deshalb setzen viele Handelsunternehmen auf intelligente Warenwirtschaftssysteme sowie automatisierte und optimierte Bestellprozesse. Damit werden zwar einige Ursachen behoben. Gerade aber die letzten Meter vom Retail-Lager zum Regal bleiben unberücksichtigt. Je nach Studie lassen sich 72 Prozent oder 85 Prozent der Ursachen für OOS direkt dort finden. Aber am Regal muss man ansetzen, um Out-Of-Shelf in den Griff zu bekommen.

Zielgerichtete Optimierung der Regalverfügbarkeit – Optimal Shelf Availability

Dabei geht es um die Optimierung der Regalverfügbarkeit, die Optimal Shelf Availability (OSA). Diese vermeidet Regallücken und stärkt so das Image und den Umsatz von Marken, Herstellern und letztlich des Handels. OSA ist ein Konzept, das die optimale Befüllung der Regale am Point-of-Sale gewährleistet. Es ermöglicht also eine höhere Produktverfügbarkeit – einer der drei häufigsten Wünsche der Konsumenten neben kürzeren Wartezeiten an der Kasse und interessanten Aktionen beim Einkaufen. Volle Regale – zufriedene Kunden, heißt die Devise.

Vielfältige Maßnahmen zur Steigerung der OSA

Mittlerweile gibt es verschiedene Maßnahmen, um die Optimal Shelf Availability sicherzustellen:

  • Persönliche, visuelle Prüfung der Regalverfügbarkeit durch das Verkaufspersonal: Dazu ist ein erster Schritt  die Sensibilisierung der Mitarbeiter im Einzelhandel für das Problem. Denn diese sind  für die Befüllung der Regale verantwortlich.
  • Einsatz von intelligenten Regalen und RFID-Transpondern auf den Produkten: Dabei sind in den Warenregalen der Geschäfte RFID-Antennen (RFID steht für Radiofrequenz-Identifikation) integriert, die die Signale der RFID-Transponder der Produkte aufnehmen. Fehlt ein Signal, so fehlt auch das Produkt im Regal. Über das Thema RFID berichten die Beiträge “Einfluss von RFID im Handel” und “Händler profitieren vom RFID-Einsatz im Einzelhandel“.
  • Prognose von OOS auf der Grundlage von statistischen Verfahren: Durch mathematisch-statistische Verfahren auf Basis von Abverkaufsmustern werden OOS-Situationen prognostiziert, indem konkrete Daten vom Point-of-Sale herangezogen werden. So lassen sich anhand von Umschlaghäufigkeit und Volatilität (Schwankungen in bestimmten Zeitabständen/Zeitreihen) Abverkaufsmuster eines Artikels herleiten.
  • Regalüberwachung in Echtzeit auf SKU-Level: Die permanente Regalüberwachung macht das Bestandsmanagement schneller, genauer und sicherer.

Alle diese Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile. Auf diese wird nicht näher eingegangen. Allerdings verspricht die letzte Maßnahme ein vielversprechender Ansatz zu sein.

Vispera Shelfsight bietet Regalüberwachung in Echtzeit

Vispera Information Technologies bietet eine Lösung zur Realtime-Regalüberwachung. Diese basiert auf Bilderkennung und Deep Learning. Sie erhöht die Produktverfügbarkeit bei gleichzeitiger Verbesserung der Planogramm-Erfüllung um bis zu 20 Prozent. Die Vispera Shelfsight-Lösung automatisiert den Prozess der Regalinspektion und sorgt für eine konstante digitale Aufzeichnung der Regalinhalte im gesamten Geschäft. Sie funktioniert mit normalen Regalen, Werbe-Displays, Kühlregalen, etc. Sie erkennt Out-Of-Shelf-Situationen, falsch platzierte und überschüssige Artikel sowie andere Probleme, die nicht der Planogramm-Compliance entsprechen. Mit einem besseren Überblick über die Regalbestände können Einzelhändler datengesteuerte Entscheidungen über den Einkauf von Waren und den Einsatz des Storepersonals treffen.

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Video-Link: https://youtu.be/bzePuntHh2w

Herausforderungen von Vispera Shelfsight

Die Kunden erwarten, dass sie die gewünschten Produkte zum gewünschten Zeitpunkt finden. Dabei erfordert das Verständnis des Regalbestands, um bestimmte OOS-Artikel korrekt zu identifizieren, mehr als nur eine generische Objekterkennung. Die visuelle Inspektion des Regalbestands erfordert die Erkennung von vielen unterschiedlichen Produkten. Denn schnelldrehende Produkte, die Änderungen des Produktaussehens, die Einführung neuer Produkte und die Auslistung von Produkten schaffen eine sich ständig verändernde Bestandslandschaft, die regelmäßig aktualisiert werden muss.

Vispera Shelfsight automatisiert die Regalüberwachung in Echtzeit

Vispera Shelfsight unterstützt den Prozess der Regalinspektion unter Einsatz von fest installierten Kameras in Echtzeit, kontinuierlich und mit nahezu perfekter Genauigkeit. Mithilfe von hochmodernen von Vispera entwickelten Deep-Learning-Algorithmen erkennt Vispera Shelfsight einzelne Produkte auf SKU-Ebene (Stock Keeping Unit) anstelle von generischen Produkttypen. Die Lösung erkennt auch Preisschilder, liest sie und gleicht sie mit dem nächstgelegenen Produkt ab. Als Grundlage verwaltet die Lösung ein vollständiges digitales Modell des Regalinhalts. Und sie generiert geführte Benachrichtigungen mit Auffüllungsaufgaben an das Ladenpersonal. Bei Nichtkonformität kann schnell gehandelt werden, um OOS-Artikel und Planogramm-Fehler zu beseitigen und den Umsatz zu maximieren, indem sichergestellt wird, dass die Kunden die Produkte finden, nach denen sie suchen.

Technische Ausstattung

Technische Ausstattung und Funktionsweise (Quelle: Intel und Vispera)

Vispera Shelfsight – Messungen in zwei Modi

Das System kann Messungen in zwei Modi durchführen, geplant oder nach Bedarf. Der geplante Modus führt Messungen in einer voreingestellten Frequenz durch, z.B. 10 Minuten. Bei jeder Messung erkennt Shelfsight Ereignisse, bei denen der Regalbestand nicht ausreicht, und gibt dann über Bildschirme Push-Warnungen an das Ladenpersonal.

Bei Bedarf können auch Messanfragen gestellt werden, um Probleme bei der Nichteinhaltung von Vorschriften zu erkennen – einschließlich überschüssiger Bestände, verlegter oder fehlender Verkleidungen, Regallücken und unzureichender Regalfläche für Marken – und diese mit einer visuellen Aufgabenliste zu melden. Mithilfe der Realogramm-Ansicht können Abweichungen zwischen dem idealen Ladenregal und einer digitalisierten Version der tatsächlichen Ladenfläche visuell hervorgehoben werden, um einen schnellen Nachschub zu ermöglichen.

Zusätzlich zu den Live-Benachrichtigungen für das Filialpersonal analysiert Vispera Shelfsight die Regaldaten in der Cloud, um tiefergehende Datenanalysen und Trendvisualisierungen zu ermöglichen. Die webbasierten Berichtsanwendungen von Vispera sind über jedes mit dem Internet verbundene Gerät mit einem Webbrowser zugänglich. Und die Berichts-API von Shelfsight kann Daten direkt in bestehende Unternehmenssysteme integrieren.

Dashboards von Vispera Shelfsight™

Verschiedene Dashboards bei Vispera Shelfsight™ (Quelle: Vispera)

Vorteile der automatischen Regalüberwachung

Zu den Vorteilen der Regalbestandsüberwachung mit Vispera Shelfsight gehören:

  • OOS-Erkennung in Echtzeit: Identifikation von Out-Of-Shelf-Artikeln auf SKU-Ebene. Dadurch wird eine sofortige Korrektur von Regalbestandsproblemen ausgelöst, die sonst zu Umsatzeinbußen führen könnten.
  • Verbesserte Planogramm-Einhaltung: Basierend auf sechsmonatigen Lösungsdaten von Supermarktketten haben sich Produktverfügbarkeit und Planogramm-Erfüllung in mehreren Produktkategorien um bis zu 20 Prozent erhöht.
  • Historische Trendanalyse: Die Cloud-Aggregation historischer Daten ermöglicht eine Optimierung der Lieferkette und ein tieferes Verständnis der Einkaufsgewohnheiten der Kund*innen.
  • Überwachung des Regalanteils: Shelfsight kann den Anteil einer Marke im Regal überwachen, indem es einen Facing-Count von allen ausgestellten Produkte oder durch die Ermittlung des prozentualen Anteils der von jeder Marke belegten Regalfläche.

Zum Abschluss noch ein Zitat von der Vispera-Webseite:

In Vispera, we have a vision to make image recognition a commodity service for the whole retail sector!

After entertaining several ideas in the retail space, we discovered that many problems in retail execution measurement are visual and fall under the purview of our academic and professional know-how. It was then natural to start with our current value proposition, helping our FMCG and retailer clients execute perfect stores with our image recognition services.