Aktuell stellt die Corona-Pandemie Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und zuliefernde Industrie angesichts der verordneten Schließungen erneut vor erhebliche Herausforderungen. Und der Shutdown trifft die Wirtschaftsbereiche im Freizeitsektor besonders hart. Wie reagieren Kund*innen und Verbraucher*innen auf die Maßnahmen im stationären Handel? Wie reagieren der stationäre Handel und die Gastronomie auf den Lockdown? Die Lösung: Innovative Handelskonzepte und digitale Ideen – Kiezkaufhaus & Typy-Supermarkt.

Stammkund*innen uns Online-Bestellungen stützen kleinere Geschäfte

Insbesondere die kommenden Wochen sehen düster aus. Denn laut einer Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IFH) wollen die Hälfte der Kund*innen die Innenstädte für den Weihnachtseinkauf meiden. Besonders in den Toplagen der Städte fehlen aber nicht nur Kund*innen aus umliegenden Vierteln, sondern vor allem Pendler und Touristen.

Vor allem für kleinere Geschäfte in den Vierteln sind die Stammkunden offenbar eine Lösung. Lokal und in der Nähe Einkaufen steht hoch im Kurs. Dabei sichern die Umsätze aus diesen Einkäufen zumindest die Miete für die Ladenfläche. Weiterhin sind für viele kleine Händler Onlinebestellungen schon länger ein gutes Standbein. Gerade dort erwartet der Handelsverband mit dem Weihnachtsgeschäft einen satten Zuwachs um 19 Prozent auf über 17 Milliarden Euro.

Zwei Drittel der Einzelhändler sind nicht aktiv im Internet

Aber etwa zwei Drittel der Einzelhändler sind nicht im Internet aktiv. Denn die meisten haben nicht einmal eine Website. Dafür sind folgende Gründe ursächlich: Zum einen die fehlenden Kenntnisse und zum anderen der Aufwand eine Online-Präsenz einzurichten. Zusätzlich die Herausforderungen, das damit kaum vermeidbare Retourengeschäft zu stemmen.

Wege aus der Krise – Lieferservices

Aktuell sind Lösungen gefragt, bei denen die Kund*innen zu Hause bleiben und sich von dort selbstständig mit den Waren des täglichen Bedarfs und darüber hinaus versorgen können. Die Corona-Krise beschert Bestell- und Lieferservices einen Boom. Und sie treibt die zunehmende Professionalisierung der Last-Mile-Auslieferung an. Es finden sich immer mehr nachhaltige und bewusste Konzepte, die die Zukunft der Logistik verändern.

Wie schon beim ersten Lockdown im Frühjahr richten nun viele Gastronomiebetriebe wieder einen Take-Away-Service ein. Sie liefern bestelltes Essen aus, es kann aber auch abgeholt werden. Allerdings bieten die Restaurants keinen klassischen Lieferdienst an, sondern eher ein to-Go-Konzept.

Kiezkaufhaus in Bad Honnef

Kiezkaufhaus in Bad Honnef (Quelle: Kiezkaufhaus)

Kiezkaufhaus in Bad Honnef – lokal Einkaufen, Online und mit Lieferservices

Demgegenüber bringt das Kiezkaufhaus in Bad Honnef drei unterschiedliche Konzepte und Trends im stationären Handel zusammen: Denn es bietet eine Internet-Plattform und unterstützt die Kund*innen beim Online-Shopping. Über diese bieten lokale stationäre Händler ihre Waren und Produkte an. Und schließlich liefert das Kiezkaufhaus die lokal gekauften Produkte umweltfreundlich mit dem E-Lastenrad nach Hause – das ist die Idee des Kiezkaufhauses. Insgesamt eine feine und lokale Alternative auf den  allgemeinen Trend hin zum Online-Shopping mit lokalem nachhaltigen und umweltfreundlichen Lieferservice. Auch Gastronomen, die ihr to-Go-Konzept entwickeln und ausweiten wollen, steht der Lieferservice des Kiezkaufhauses in Bad Honnef zur Verfügung.

Gilberts im Kiezkaufhaus

„Gilberts“ im Kiezkaufhaus Bad Honnef (Quelle: Kiezkaufhaus)

Kiezkaufhaus in Bad Honnef – wie funktioniert das denn …

Das Kiezkaufhaus bietet verschiedene Online-Shops für handverlesene Sortimente lokaler Fachgeschäfte an. Die Kund*innen können sich in allen Shops der stationären Händler umsehen und wählen die gewünschten Produkte online aus. Anschließend bekommen die Händler die Bestellung per Packliste übermittelt. Daraufhin stellen sie den Einkauf zusammen. Auch Vorlieben und Produktwünsche werden berücksichtigt. Die kurzen Wege und der Einsatz von Cargo-Bikes ermöglichen bei Bestellungen bis 13 Uhr die Auslieferung der Einkäufe noch am selben Tag. Bezahlt wird an der Haustüre. So können Ihre Lebensmittel frisch und die Bücher schneller als gewohnt zu den Kund*innen kommen. Egal wie viele Waren ausgewählt wurden, der Lieferservice kostet je nach Liefergebiet 2,50 Euro.

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Video-Link: https://youtu.be/yUXAqp4y32o?list=PLj23_yP_-1iTNHuziQrobVHgb3yeO773y

Kiezkaufhaus – Sprung in die Zukunft nicht verpassen

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Die Innenstädte und der stationäre Einzelhandel sind in den letzten Jahren – vor allem bedingt durch den Wandel im digitalen Bereich und das veränderte Kundenverhalten – stark unter Druck geraten. Hierauf gilt es mit verschiedenen Ansätzen zu reagieren. Insbesondere sind Antworten auf die Frage zu finden, wie die Zukunft des Einzelhandels aussehen kann. Insgesamt gilt, dass es bislang keine eindeutige Lösung gibt, die für das Problem in allen Städten passt. Aber das Kiezkaufhaus bietet eine Plattform, die zu einem Instrument avanciert, das die Vielfalt des Einzelhandelsangebotes digital sichtbar machen. Letztlich kann es das Interesse der Kund*innen für einen Besuch im Ladenlokalen wieder wecken.

Einrichtungshaus Walkembach im Kiezkaufhaus Bad Honnef

„Einrichtungshaus Walkembach“ im Kiezkaufhaus Bad Honnef (Quelle: Kiezkaufhaus)

Campo eröffnet vollautomatischen und kassenlosen Typy-Supermarkt

Das Start-up Campo des ehemaligen Managers von Tank&Rast Carlo Caldi eröffnete vor Kurzem sein erstes vollautomatisches, rund um die Uhr geöffnetes Lebensmittel-Geschäft. Dabei firmiert es unter dem Namen Typy in Düsseldorf. Die angebotenen Convenience-Waren kommen vom Düsseldorfer Caterer Broich, der auch tagesfrische Produkte zuliefert. Und die eingesetzten Robotik-Systeme setzte das Start-up Smark um.

Einkaufen im Typy-Supermarkt

Nach Betreten des neuen, 40 Quadratmeter großen Typy-Supermarktes im Düsseldorfer Medienhafen nimmt ein Touchscreen oder eine App die Bestellung der Kund*innen auf. Und anschließend stellen sich Kund*innen nur noch vor ein Ausgabefach und flugs stehen die gewünschten Artikel bereit. Denn im Hintergrund ist ein Roboter durch die Regale gelaufen und hat die gewünschten Artikel, z.B. eine Flasche Wein, Drogerieartikel oder einen Fertigsalat fürs Mittagessen, eingesammelt.

Aktuell finden sich im Typy-Markt  keine Kassen und keine Verkäufer*innen. Dafür werden aber circa 750 Artikel angeboten, die über das Bestellterminal oder die App gekauft werden können. Primär liegt der Fokus auf Convenience-Produkten und Artikel des täglichen Bedarfs. Und der Supermarkt ist rund um die Uhr geöffnet. In Zukunft soll auch Personal im Geschäft eingesetzt werden.

Einkaufen im Typy-Supermarkt

Einkaufen im Typy-Supermarkt in Düsseldorf (Quelle: Typy)

Einkaufen im digitalen Supermarkt und Geschäft

Mit dem neuen Typy-Supermarkt und dem Kiezkaufhaus entstehen neue Handelswelten. Jedoch geht es beim Einkaufswandel nicht ausschließlich um die Digitalisierung. Weitere Trends sind das Erlebnis vor Ort und die Bequemlichkeit – die Customer Convenience. Kund*innen erwarten einen möglichst einfaches Einkaufen. Das Leben wird schöner, einfacher und digitaler. Daher ist es wichtig für die stationäre Fläche neue Konzepte zu schaffen und umzusetzen und den neuen Wünschen der Kund*innen Rechnung zu tragen und eine Brücke zwischen Convenience und Erlebnis zu schaffen. Das Thema Customer Convenience wird in dem Beitrag „Customer Convenience – die neue Experience“ vertieft.